Olympia in Tirol für Dominik Landertinger ein „genialer Gedanke“

Seit deiner Operation sind nun mehr als drei Wochen vergangen. Wie geht’s dir? Wie ist der Heilungsverlauf?
Der Heilungsverlauf stimmt mich positiv. Ich habe keine Schmerzen und es geht mir viel besser als vor der Operation. Ich muss jetzt noch weitere vier Wochen vorsichtig sein und generell ruckartige Bewegungen vermeiden. Aber ich kann mit Stöcken bereits leichte Spaziergänge bergauf machen. Am Wochenende war ich z.B. bei mir daheim in Hochfilzen auf der Burgeralm. In dieser Woche kann ich mit leichten Einheiten auf dem Ergometer beginnen. Auch das ist ein Zeichen, dass es sehr gut läuft.

Wie schauen für dich die nächsten Tage und Wochen aus?
Ich werde das Training bzw. die Therapieeinheiten von Woche zu Woche steigern. Langlaufen und richtig Trainieren steht aber frühestens Anfang November am Plan.

Sind der Saisonstart Ende November und der Weltcup in Hochfilzen im Dezember momentan ein Thema?
Eher nicht. Aus jetziger Sicht werde ich im Dezember keine Rennen laufen, es sei denn, das eine oder andere Testrennen wäre effektiv. Der Plan ist, ab Jänner voll fit am Start zu stehen. Der gesamte Formaufbau ist auf die Olympischen Spiele im Februar in Pyeongchang ausgerichtet.

Die trainingstechnische Zwangspause hast du auch genutzt, um dich für die Abstimmung zur Olympiabewerbung von Innsbruck/Tirol stark zu machen. Am 15. Oktober ist es soweit. Wie blickst du dem Referendum entgegen?
Ich hoffe, dass es mit einem „Ja“ für die Bewerbung endet. Es wäre eine ungenützte Chance, wenn man das Projekt Olympia nicht angehen würde. Das sage ich jetzt nicht nur aus der Sicht eines Sportlers, sondern auch als ein Vertreter der jungen Generation. So wie sich das Konzept präsentiert, bin ich der festen Überzeugung, dass Olympia 2026 ein Katalysator für wichtige Projekte sein kann. Ich spreche etwa von gefördertem Wohnbau oder Verbesserungen in der Infrastruktur. Dinge, die wir ohnehin in den nächsten zehn Jahren brauchen würden. Zudem wäre Olympia eine gewaltige Werbung für unser Land.

Welche Emotionen löst der Gedanke an olympische Ringe in deiner Heimatgemeinde aus?
Es wäre ein riesen Highlight – nicht nur für uns Österreicher, sondern auch für Sportler aus anderen Ländern. Nach Pyeongchang und Peking wäre es wieder an der Zeit, die Olympischen Spiele an einem Ort zu haben, wo der Wintersport wirklich zuhause ist und zelebriert wird. Tirol, ein Land, das sich mit Sport und Tourismus identifiziert, wäre ein idealer Austragungsort. Hochfilzen im Zeichen der olympischen Ringe ist einfach nur ein genialer Gedanke!

Du bist jetzt 29 Jahre alt. Ist Olympia 2026 noch ein Thema für dich als aktiver Sportler?
2026 ist noch extrem weit weg, das kann ich noch nicht sagen. Wenn der Körper mitspielt, bin ich sicher noch dabei. Aber ich werde auch sicher vor Ort sein, wenn meine aktive Karriere beendet sein sollte – vielleicht als Betreuer, vielleicht als Mitarbeiter. Und wenn ich keinen offiziellen Posten bekleide, dann stehe ich an der Strecke und feuere die Athleten an.