Junge Österreicher geben bei der Bike Night Flachau 2017 Ton an

Rund 250 Starter aus neun Nationen stellten sich vergangenen Samstag der Herausforderung Bike Night Flachau. Im Vorfeld drohte die 7. Auflage des Ausnahme-Marathons aufgrund der nassen Wetterverhältnisse, zur wahren Rutschpartie zu werden. Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Jury daher kurz vor dem Rennen für eine Streckenverkürzung. Das Herzstück, der Downhill über die Hermann-Maier-Weltcupstrecke, wurde nur in der ersten Runde befahren. Einem spannenden Rennverlauf tat dies aber keinen Abbruch – im Gegenteil, es machte den Weg frei für einen spannenden Dreikampf bei den Herren. Über die zweistündige Renndauer lieferten sich die beiden Österreicher Felix Ritzinger und Simon Schupfer sowie der Tscheche Jan Nesvadba ein Rad-an-Rad-Rennen. Auf der letzten der insgesamt 18 gefahrenen Runden, konnte sich letztlich der Wiener Felix Ritzinger mit einem unwiderstehlichen finalen Antritt absetzen und sicherte sich nach Rang drei im vergangenen Jahr den ersten Sieg bei der Bike Night: „Ich habe schon zu Beginn des Rennens versucht wegzukommen, mich dann aber etwas bei meinen Konkurrenten anhängen können. Am Ende hatte ich die größeren Reserven. Die letzte Runde war eigentlich nur noch pures Leiden und ich habe gehofft, dass es irgendwie bis ins Ziel reicht“, erklärte der 20-Jährige: „Ich bin im Februar mit einer schweren Schulterverletzung ausgefallen, dann ist gar nichts mehr gegangen. Vor zwei Wochen hatte ich bei der EM einen meiner schwersten Tage in meiner Rennfahrer-Karriere. Ich war so fertig, wollte nicht mehr fahren, jetzt geht hier der Knopf auf, das ist Wahnsinn.“
Rang zwei bei der Bike Night Flachau hatte einmal mehr der Tscheche Jan Nesvadba für sich gepachtet, der sich nach dem vergangenen Jahr auch heuer wieder die 1000 Euro Preisgeld für die schnellste Runde sicherte und sich damit wieder gegen den österreichischen Cross Country-Eliminator-Weltmeister Daniel Federspiel durchsetzte. Rang drei blieb letztlich dem jungen Osttiroler Simon Schupfer.

Junioren-Vizeweltmeisterin siegt bei den Damen
Bei den Damen fuhr die junge österreichische Cross Country Junioren-Vizeweltmeisterin Lisa Pasteiner ein souveränes Rennen. Vom Start weg ließ die 18-Jährige keine Zweifel an ihren Siegambitionen aufkommen und baute den Vorsprung von Runde zu Runde aus. Schließlich setzte sich die Niederösterreicherin mit 15 zurückgelegten Runden über die verkürzte Bike Night-Strecke und einem komfortablen Vorsprung auf die starke Tschechin Milena Cesnakova und die Österreicherin Karoline Neumüller souverän an die Spitze des Damenfeldes: „Mich hat es gewundert, dass ich so wegfahren habe können. Durch die verkürzte Strecke waren die Anstiege sehr Cross Country-ähnlich. Die Nässe hat das Rennen sehr technisch gemacht, was ein großer Vorteil für uns Cross Country-Fahrer war. Die Stimmung war gewaltig. So ein Gefühl, hat man in unserer Disziplin nur bei Großereignissen, so macht das Fahren richtig Spaß.“

Sport-Prominenz abseits der Strecke
Am Rande der Strecke überzeugte die Bike Night Flachau auch wieder mit ihrem Promi-Appeal: ÖFB-Dame Laura Feiersinger, die sich nach der sensationellen Fußball-Europameisterschaft gerade auf Heimaturlaub befindet, war ebenso mit von der Partie, wie Snowboard-Weltmeisterin Claudia Riegler, die Freeskierin Sandra Lahnsteiner und Skicross-Weltmeisterin Andrea Limbacher, die die Bike Night in der Staffelwertung in Angriff nahmen.
Den gebührenden Schlusspunkt hinter die 7. Bike Night Flachau setzen am Sonntag einmal mehr die rund 150 Kinder, die im Rahmen des Familienfests an den Start gehen.